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Allgemein Stoffdruck

So funktioniert Cyanotypie

Ich habe letztes Jahr die Sommerpost 2017 verfolgt mit dem Thema Sonnendruck und das Thema Cyanotypie hat mich besonders interessiert. Die Zutaten waren gleich gekauft, aber an der Umsetzung hat es gemangelt. Nachdem für diese Woche nochmal gutes Wetter mit viel Sonne vorhersagt wurde, fasste ich den Entschluss ein paar Versuche zu diesem Thema zu starten.

Erst einmal mussten die passende Stoffe gewählt werden. Sie sollten nicht zu dick sein, da der Stoff sonst zuviel Flüssigkeit aufsaugt. Daher entschied ich mich für ein Seidenkissen, einen hellgrünen Seidenschal ponge 05 , 2 Stücke je Baumwollsatin und Bettlaken, jeweils 40x 60 cm groß. Dafür reichte die angerührte Flüssigkeit genau aus. Ich legte die Stoffstücke auf einer ausgebreiteten Wachstischdecke bei uns in der Kellertoilette aus. Die ist ohne Licht und daher für so eine Aktion geeignet. Mit einem dicken Pinsel strich ich alle Stoffstücke nacheinander ein. Das war im fast dunklen Raum schon nicht so einfach. Dann hängte ich ein Teil der Stoffe mit Klammern auf, die anderen Stoffe legte ich auf einem Metallgitter aus. Das Licht wurde nur für das Foto angemacht:)

Die Stoffe trockneten über Nacht.

Am nächsten Tag um 13 Uhr, als die Sonne schien, wurden nach und nach alle Stoffe mit verschiedenen Motiven belegt und belichtet.

Der Reihe nach.

Zuerst kam das kleine Seidenkissen dran. Ich belegte es mit den Blättern des Essigbaums, der mir bei meinen Ecoprinting Versuchen schon tolle Ergebnisse erzielt hatte. Das ganze geschah wieder im dunklen Keller. Ich legte die Unterseite eines Bilderrahmens 60×40 cm bereit, darauf kam mein Stoff und wieder darauf meine Pflanzenteile. Abgedeckt wurde das Ganze mit der passenden Glasscheibe. Damit ich bei meinem Weg vom Keller in den Hof nicht schon den Stoff belichte, habe ich eine dunkelblaue Fleecedecke vierfach gefaltet, auf die Glasplatte gelegt.

Im Hof wurde dann die Decke weggenommen und dann schnell die Zeit der Belichtung gestoppt. Bei mir waren es so zwischen 8.30 und 9 Minuten. Nun wurde das Stoffstück schnell in einen Eimer mit kaltem Wasser gelegt und dann ausgespült, bis keine Farbe mehr auslief. Getrocknet werden sollte das Teil nun liegend, da die Farbpigmente noch auf Wanderschaft gehen:)

Hier seht ihr das getrocknete Kissen. Schade, dass ich von dem Trocknungsprozess keine Bilder gemacht habe. Die Blätter waren nämlich weiss und färbten blau nach. Auch der bräunliche Ton kam erst später. Die Erklärung fiel mir erst später ein. In dem Eimer, wo ich das Kissen ausgespült hatte, waren wohl noch Reise von Eisen, von meiner Aktion Tage zuvor mit ecoprinting.

Das nächste Stück war der Seidenschal. Hier seht ihr gut die Schablonen.

Aber hier lief irgendetwas schief, der Stoff war einheitlich blau gefärbt und kein Abdruck war zu sehen. Hierfür hab ich keine Erklärung.

Dann probierte ich weiter mit der selben Vorgehensweise. Hier ist der Druck am Trocknen.

Und hier gewaschen (mit ph neutralem Waschmittel) und gebügelt.

Das Ergebnis gefiel mir sehr gut.

Die weiteren Drucke folgen ……

Verlinkt http://www.freutag.de

Kreative Grüße Birgit

Von textilkreativ

Textilkünstlerin, Kursleiterin im textilen Gestalten, Juristin